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Letters Love Letters To Anna

Enjoy the ride

Irgendwann Anfang dieser Woche kam, wieder einmal, ein Anruf vom Finanzamt: Betriebsprüfung, wohl ziemlich umfassend aufgrund der angeforderten Unterlagen. Mein Gesprächspartner meinte, vor ihm müsse ich ja eh keine Angst haben… eh nicht. Vielleicht eh nur vor den möglichen Konsequenzen. Also, Alarmstufe Rot, wie im Film „Red October“ mit Sean Connery.

Hallo liebe Anna,

vielen lieben Dank für das ganz wunderbar klingende Update und den Ausblick in die nahe Zukunft. Tatsächlich war ich, als mich deine Nachricht erreichte, auch gerade am Flughafen, wartend auf den Rückflug nach Wien, als ich deine Nachricht erhalten habe; noch rechtzeitig vorm Boarding. Dafür hab ich gleich auch meine seit Montag begonnenen, aber nicht fertiggestellten Entwürfe auf die Seite legen dürfen, hätten diese doch nicht mehr gepasst. Ich hatte diese Woche seit Montag das Bedürfnis verspürt, dir ein paar Zeilen zu schreiben. Habe dann begonnen mit „einen wunderschönen guten Morgen…“, um recht bald festzustellen, dass schon Nachmittag ist, plötzlich war es Mittwoch, und ja, gerade eben wollte ich die Stunde vorm Abflug nutzen, um die beiden Tage ein wenig zu reflektieren; es hat mich dann aber fürs Studium spannende Lektüre, das Konkordat von 1933 so sehr „gefesselt“, dass ich sogar vergessen habe, mir ausreichend Proviant (Kaffee :-)) für den Flug zu sichern. Nun, bei Austrian gibts ja neuerdeings (bzw. wohl auch schon wieder länger) diese ganz speziellen Kaffee, vielleicht kennst du die ja auch.
Nun sitze ich also im Flieger, höre Spotify ein wenig rauf und runter, und bin, so wie gestern am morgendlichen Hinflug von der Geräuschunterdrückung meiner EarPads durchaus angetan; wobei nein, tatsächlich überrascht, wie gut sie funktionieren und den Grundgeräuschpegel so herabsetzen; und naja, eigentlich bin aber sowas von begeistert (was ich so natürlich und in der Regel auch nicht zugeben würde, Nicole spräche von meiner mir anheimen autistischen Freude); Nun ja, ein riesiger Vorteil ist, mit der Musiklautstärke nicht das Turbinengeräusch überdecken zu müssen, Musik klar auch auf mittlerer Lautstärke hören zu können. Technik kann schon manchmal recht hilfreich sein, das Leben verschönern, dafür bin doch auch irgendwie dankbar, im Moment.

Nun, unsere „ongoing challenge“, die Frage wie es denn so geht, veranlasst mich gerade wieder innezuhalten, mich zu fragen, mein Inneres, abzugleichen mit den letzten Tagen, dem Erlebten, dem momentan verspürten Gefühl, aber der Reihe nach.

Irgendwann Anfang dieser Woche kam, wieder einmal, ein Anruf vom Finanzamt: Betriebsprüfung, wohl ziemlich umfassend aufgrund der angeforderten Unterlagen. Mein Gesprächspartner meinte, vor ihm müsse ich ja eh keine Angst haben… eh nicht. Vielleicht eh nur vor den möglichen Konsequenzen. Also, Alarmstufe Rot, wie im Film „Red October“ mit Sean Connery. Unsicherheit, vor allem, was wollen die von mir und der Zaunbau-Firma, gerade jetzt wieder? Fast wittere ich wieder eine Verschwörung. Dann der „Switch“ und die Rückbesinnung: ich werde geführt, ich werde beschützt; was sind meine Vorhaben gerade und kann mir diese Prüfung vielleicht sogar helfen? Ich möchte ja mein Leben nach Möglichkeit einfacher gestalten, nicht komplizierter, Abhängigkeiten und Verbindlichkeiten herausnehmen, Verpflichtungen, so ich sie eingehe aber auch halten, Wort halten. Und so festigt sich gerade der Gedanke, dass ich im Rahmen dieser geplanten Überpüfung gleich mehrere Themenkreise in die aktuelle (angeforderte) Buchhaltung mitaufnehmen kann, prüfen lassen kann und für mich so gleich mal etwas Rechtssicherheit schaffen kann. Erleichterung macht sich in mir breit, wie immer; es ist nicht einfach, gar nicht, aber ich glaube eine großartige Sache ist es, in vermeintlichen Angriffen nicht in die Defensive zu gehen, die Angst, sondern weiterhin zu gestalten, die Energie, die andere hier investieren, um mögliche (oder aus meiner Sicht ja nicht vorhandene) Probleme zu finden, diese Energie umzuwandeln in etwas Nützliches. „Geht ja“, „Gut gemacht, weiter so, aber dranbleiben“ flüstern mir meine Schutzengel leise zu. Ich verspüre eine Dankbarkeit und Erleichterung, aber erkenne auch die Aufforderung, weiterzugehen, diesen Weg. Just enjoy the ride!

Gestern war ich ja noch in Basel, um mit Anwälten und Steuerberater die Strategie im Rechtsstreit mit dem Kanton zu besprechen. Unschlüssig war ich zuerst, ob ich nicht am morgen hin- und am Abend wieder zurückfliege. Nachdem der Rückflug heute morgen inklusive Hotel aber günstiger war, habe ich mir diesen Freiraum genommen, und auch ein paar „alte“ Bekannte/Freunde anzuschreiben, ob sie denn nicht kurzfristig Zeit hätten. Silvan, den ich schon seit mehr als 20 Jahren „gut kenne“, er leitet bei einem größeren Verein den Kartenverkauf, meinte, es ist zwar schwierig, aber lässt sich irgenwie einrichten. Tatsächlich war es dann aber erst gestern Abend möglich; wäre ich erst heute geflogen, hätte das Gespräch nicht stattfinden können. Scherzhaft hatte ich ihm geschrieben, wenn er keine Zeit hat, dann reicht mir auch ein Kaffee. Er meinte, das reicht ihm aber nicht :-). Ums kurz zu machen: Zuletzt hatten wir uns vor wohl 2 Jahren getroffen; trotzdem hat er mir in dem knapp einstündigen Gespräch Dinge offenbart, die er nicht mal seiner Frau erzählt (nach 35 Jahren Ehe). Und es war ihm (nicht nur offenbar) tatsächlich wichtig, wichtig für ihn. Und so macht der ursprünglich aus rationalen Gründen verlängerte Ausflug auch aus dieser Perspektive, rückblickend, Sinn. Für einen Freund da gewesen zu sein.

Nun sind wir bereits im Landeanflug und ich schließe wieder, mal den ersten Teil, Teil 2 folgt … zwischenzeitlich wünsche ich dir eine schöne Zeit mit deiner Oma, lasst es euch gut gehen!

Hallo nochmal, liebe Anna,

etwas zeitverzögert nun Teil 2:

Mittlerweile ist sogar das Wochenende schon wieder Geschichte, und tatsächlich hab ich, nach den diversen Einkäufen am Samstag mal einen Ruhetag eingelegt und es Shanti gleichgetan, am Nachmittag gleich mal ein paar Stunden geschlafen; ein klein wenig aus dem Hamsterrad ausgebrochen, könnte man meinen, wohltuend war es jedenfalls.

Mein neuer, treuer Wegbegleiter, Tiger #4 aus dem Quartett, der sich, so denke ich, schon ganz wohl fühlt, hat seinen Platz vorerst provisorisch eingenommen, die Wandhalterung muss aber nochmals verbessert werden.
Übrigens, bei genauer Betrachtung ist mir da etwas aufgefallen; entweder ist mir damals etwas entgangen, war ich vielleicht auch nicht soo aufmerksam, oder es gab da ein glitzerndes Upgrade :-)? Jedenfalls ist es wunderbar und gelungen, so wie es ist!!

Ich hoffe auch, du/ihr hattet auch ein ebenso schönes Wochenende und du bist bereits wieder gut in die Woche gestartet.

Und so wünsche ich dir eine wunderschöne Zeit, viel Schöpferkraft und Sonnenschein im Herzen, fühl dich auch ganz fest umarmt, meine liebe Anna!

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