Liebe Anna,
ich hoffe, du konntest den Advent und die vergangenen Feiertage wieder ein wenig genießen, auch zur Ruhe kommen und Kräfte fürs nahende und kommende 2026 sammeln!
Das Jahr 2025 neigt sich ja wieder seinem Ende zu, dies vor allem aber auch, um neuen, künftigen Erfahrungen wieder Zeit und Raum zu geben!
2025 also, ein Jahr, so besonders und einzigartig wie schon die Jahre zuvor, aber doch auch wieder so speziell, gefüllt mit Momenten in allen Farben und Nuancen, stets abwechslungsreich, oftmals dicht voneinander gefolgt; der schon mal erwähnte Rollercoster der Gefühle ließ freundlich grüßen.
Ich vermag gar nicht alles aufzuzählen, so spannend, schmerzhaft, herausfordernd, wohltuend, bestätigend; manches davon auch wiederkehrend, und von vielen bleibenden Eindrücken und Weichenstellungen geprägt waren die abgelaufenen Monate. Wie geht es weiter? Welche Momente warten, erlebt zu werden?
Und wie erging es dir so in 2025, zurückblickend?
Und noch interessanter, wie gehst du ins 2026?
Ich darf mich noch ein wenig sortieren, klarer werden, wo ich mich sehe, was ich weiter machen und fokussieren werde. In und außerhalb des vorhandenen Rahmens. Momentan bin ich noch am Loslassen, auch um Platz und Raum zu schaffen. „Letting go“, das Buch liegt (noch ungelesen) seit bald 3 Jahren auf meinem Nachtkästchen. Wird wohl Zeit, dieses Thema anzugehen. Noch fällt es mir schwer, das eine oder andere tatsächlich loszulassen. Zu sehr hängt mein Herz daran. Oder doch nur die Gewohnheit? Oder mehr? Manchmal wird einem eine Entscheidung, die nicht getroffen wird, ja auch abgenommen. Ist das dann gefühlt einfacher? Vermutlich nicht. Herzenssachen mit dem Verstand zu overrulen. schmerzt auf jeden Fall. Immanuel Kant und sein kategorischer Imperativ helfen da auch gerade nicht.
Das alles erinnert mich soeben aber an eine frühere Erfahrung. Ich war gerade etwas über 19 und Teenager, und noch vor beziehungsweise dann auch beim Bundesheer, und in einer meiner zum damaligen Zeitpunkt längsten Beziehung; also fast 4 Monate lang; Sie war schon 25. Sie, „uralt“ aus damaliger und doch noch „blutjung“ aus heutiger Sicht :-). Unabhängig vom ungewöhnlichen Altersunterschied hat sie die Beziehung für mich doch völlig überraschend und unter Tränen, sicht- und spürbar leidend, beendet, sie attestierte mir damals wohl zu Recht, dass sie den Eindruck hat, ich sei noch nicht bereit für eine stärkere Bindung; Mit der Metapher „Liebe ist so, wie wenn du einen Vogel freilässt und er zurückkommt“ war wohl auch ihre Hoffnung verbunden, dass ich mich später wieder melde. Damals hatte ich aber noch gar kein Mobiltelefon… Ich war perplex, vielleicht auch ein wenig irritiert. Rückblickend habe ich schon verstanden, dass ich mir viele Freiheiten (wie das ausgehen mit Freunden usw.) behalten und sichtlich zu wenig in die Partnerschaft eingebracht hatte; zum Teil auch geschuldet dem Umstand, dass ich beim Bundesheer auch nur am Wochenende nach Hause durfte; so meine Rechtfertigung vor mir und für mich. Ich spürte einerseits die sehr tiefgehende Verbindung zu einer Seelengefährtin (wie nur sehr, sehr selten danach), habe die Trennung dann aber als solche schon zur Kenntnis genommen, auch nehmen müssen. Zugleich war ich aber auch ein wenig hin- und hergerissen, ob der nicht selbst gewählten Freiheit. Gleich nach dem Abrüsten beim Bundesheer und wenige Monate später habe ich dann meine Ex-Frau (und Mutter meiner 3 mittlerweile erwachsenen Kinder) kennengelernt… das ist aber eine ganz andere Geschichte. Und tatsächlich war das vor mittlerweile recht genau 30 Jahren…
Warum erzähle, respektive schreibe ich dir diese Geschichte oder gerade diesen für mich schwierigen Teil, frage ich mich. Weil der Text geradezu in die Tastatur springt, wie so oft, wenn ich dir schreibe? Scheint, als wärst du mindestens eine/meine Muse, Quelle der Inspiration, und noch mehr für mich. Die Wolken am Himmel sind kurz vorm Loslassen, ich spüre wieder den Schmerz, der losgelassen werden will. Der Wunsch, nach vorne, in die Zukunft zu schauen blinzelt wieder durch und die Erkenntnis, dass wir unser künftiges Sein ja selbst gestalten; im vorgewählten Rahmen unseres Seelenauftrages vielfältige Erfahrungen zu sammeln und „nach Hause“ zu bringen.
Zugegegeben und vermutlich wiederhole ich mich, manchmal greift der Gedanke Raum, es könnte zur Abwechslung ja auch mal ein wenig einfacher sein, tatsächlich. Momente, in denen man im Flow ist, mit einer gewissen Glückseligkeit; die schönen Momente des Lebens, für die die harte und manchmal schmerzhafte Arbeit sich auch lohnt. „Das Leben ist schön. Von einfach hat keiner was gesagt.“ Ja, eh. „Einfach können die anderen.“ Genau, ja. In solchen Momenten erinnere ich mich dann wieder meines mutmaßlichen Seelenauftrages, und dass der schwierigere Weg in der Regel meist der richtigere ist; mehr Erfahrungen und Lessons learned. Und ist das nicht die eigentliche Checkliste zum Abhaken, auf dem Weg zum Ausstieg aus dem Reinkarnationskreislauf, zum gewollten oder gewünschten Aufstieg? Wie viele Reinkarnationen noch, um „fertig“ zu sein, oder binden wir uns dann nicht doch mit einem Versprechen schon wieder für ein nächstes Leben, unter welchen Vorzeichen und Bedingungen, welcher Rahmen, welches Bild? Apropos Bild: konntest du dich schon einrichten im neuen Atelier? Ich meine, zwischendurch schon mal auf Instagram etwas Neues gesehen zu haben 🙂
Und so möchte, oder darf ich, nach der textuellen Eskapade, wieder zurückkehren in die momentane Realität, dem bewusst werdenden Jahresende und -anfang. Vieles gäbe es noch zu tun, so auch das reflektieren und weiter zur Ruhe kommen, Kraft tanken. 2026 wird mindestens so spannend, herausfordernd, überraschend und auch nicht einfach wie 2025, das scheint wohl gewiss zu sein. Da fällt mir noch eine kleine, nun und heute abgeschlossene Nebenepisode ein: Unsere Hausbank, die Sparkasse, hatte Nicole ihre 3 und 3 Geschäftskonten meiner Firmen gekündigt, aus „geschäftspolitischen Gründen“. Bis Jänner oder Februar hätten wir die Konten noch nutzen können. Wir haben das abgekürzt und sie mit heutiger Wirkung und ein klein wenig Genugtuung aufgelöst. Challenge accepted and embraced!! Also seien wir gewappnet, und erwarten auch dieses neue Jahr bereits mit Dankbarkeit für all die weiteren Aufgaben, die es für uns bereithalten und noch bringen wird.
In diesem Sinne bedanke ich mich nun wieder bei dir und von ganzem Herzen für deine Aufmerksamkeit, die eigentlich unbeschreiblichen Momente im vergangenen Jahr und auch deinen Beitrag zu meiner persönlichen Reise! Danke auch dafür, dass du so manchen Schmerz still mit dir in den Süden davonträgst, das jedenfalls ist mir durchaus bewusst geworden und kann ich dir einerseits nicht hoch genug anrechnen, beschränkt es wohlwollend meine für dich wahrgenommenen Rollen; nicht aber mein Angebot, für dich da zu sein, als Zuhörer, Gesprächspartner auf Augenhöhe und was auch immer die Zukunft zu uns bringen möchte!
Ich wünsche dir viel Sonnenschein und Freude, wundervolle Momente, Gesundheit und Schaffenskraft, einen guten Übergang ins 2026 und freue mich auf deine geschätzte Rückmeldung oder wieder auch ein Gespräch, vielleicht ja sogar in Persona (eigentlich kann ich es ja kaum erwarten)!
Und vergiss nicht, welch einzigartiger Mensch, großartige Künstlerin und wunderbare Seele auf ihrer Reise du auch bist, meine liebe Anna!

